07.09. Kandy

Heute wollen wir eine Teefabrik besichtigen,  danach noch durch den Botanischen Garten bummeln. Wir machen uns also auf dem Weg in Richtung Busbahnhof. 

Zuerst laufen wir am Kandy-See entlang. 

Die Insel im See war früher die Wohnstätte des Harems. Heute ist die Insel immer noch schön anzusehen, aber der Harem ist verschwunden. 

Es ist Regenzeit in Kandy. Wir sind zum Glück gerade in einem Fußgängertunnel, als es beginnt zu plattern. Wir warten den Regen erst mal ab. Dann gehts weiter zum Bus. Nach etwas rumfragen finden wir auch den richtigen Bus und steigen ein. 

Nach einer halben Stunde Fahrzeit gibt uns der Busfahrer ein Zeichen. Wir steigen aus und stehen vor einer Teefabrik, allerdings nicht vor der, zu der wir eigentlich wollten. Na dann besichtigen wir eben diese. 

Wir gehen hinein und werden von einer jungen Frau herum geführt, die uns alles auf deutsch erklärt. Die Führung dauert ca. 15 Minuten und kostet nichts. Dafür ist der Tee, den man hier kaufen kann, aber richtig teuer. 

Bevor Tee produziert werden kann, muss er natürlich erst einmal geerntet werden. Die Pflückregel für qualitativ hochwertige Tees lautet: Two leaves and a bud, d.h. nur die Knospe jedes Blatttriebes mit den drei oberen Blättern werden geerntet. Nach dem Pflücken durchläuft der Tee einen Verarbeitungsprozess, der sich in fünf Phasen einteilen lässt: Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen und Sortieren. 

WELKEN:

Die gepflückten Blätter werden für 10 bis 20 Stunden auf langen Welkgestellen ausgebreitet, die mit Ventilatoren belüftet werden. Frische Teeblätter enthalten 73-80 % Wasser. Nach dem Welkprozess beträgt der Wasseranteil 60-65%. Wichtig ist, dass der Tee gleichmäßig gewelkt wird, da die beim Welkprozess ablaufenden chemischen Reaktionen entscheidend die Qualität des späteren Tees beeinflussen. Der Welkraum ist in der oberen Etage der Fabrik. Und hier oben ist es auch sehr warm im Raum. 


Die vorgewelkten Blätter werden in vielen offenen Kisten in der Fabrik zwischengelagert. 

ROLLEN:

Nun werden die Teeblätter gerollt. Dabei werden die Blattzellen aufgebrochen und Zellsaft tritt aus – er bestimmt maßgeblich die Farbe und das Aroma des Tees. Das Rollen dauert ca. 20 bis 60 Minuten. Die Reaktionswärme des Rollprozesses beschleunigt den Fermentationsprozess – die Reaktion des Zellsaftes mit dem Luftsauerstoff. Um ein qualitativ hochwertiges Ergebnis zu erzielen, sind Erfahrung und Sauberkeit beim Rollprozess unabdingbar. Zum Rollen wird hier eine spezielle Maschine eingesetzt. 


FERMENTATION:

Bereits während des Welkens und Rollens setzt der oxidative enzymatische Reaktionsprozess ein, der während des eigentlichen Fermentationsschrittes seinen Höhepunkt erreicht. Die Fermentation dauert zwei bis fünf Stunden und sorgt dafür, dass schwarzer Tee sein charakteristisches Aroma erhält und der teils bittere Geschmack der Teeblätter sich verliert. 


TROCKNEN:

Das Trocknen (mder Teeblätter fordert wieder die besondere Expertise des Teeproduzenten, da hier ganz entscheidend Einfluss auf die Qualität des Tees genommen wird. Die Teeblätter kommen in Heißlufttrocknern mit bis zu 95°C. Durch die Hitzezufuhr wird der Fermentationsprozess abgebrochen und der Feuchtigkeitsgehalt der Teeblätter auf drei bis vier Prozent reduziert. Der Zellsaft trocknet an den Blättern und verleiht dem Tee seine dunkle Farbe. Die Trocknung dauert 20 bis 25 Minuten. 


SORTIEREN:

Unmittelbar an die Teeherstellung schließt sich die Sortierung mit mechanischen Siebvorrichtungen an. Je Flächengröße des Teeblatts bzw. seiner Fragmente unterscheidet man verschiedene Gradierungen. 


Nach der mechanischen Sortierung durchläuft der Tee noch eine optische Sortierung. Hierzu wurde eine moderne Maschine aus China importiert. Die Sortierung erfolgt in dieser Maschine durch Farberkennung des Sortierguts. 

Nachdem wir uns ausreichend mit besten Tee eingedeckt haben, verlassen wir die Fabrik und nehmen den Bus zum Botanischen Garten. 

Der Botanische Garten in Kandy ist wirklich sehenswert. Dabei haben uns die riesigen Bäume mit ihren phantastischen Wurzelgebilden noch viel mehr in den Bann gezogen, als die Blumenrabatten-Farbtupfer. 

Auch die Sukulenten und die Palmengewächse sehen Klasse aus. 

Wir spazieren am Teich entlang, warten den nächsten Regenguß unterm Riesenbambus ab und wandeln auf der Allee der schiefen Bäume entlang. 

Wenn man in Kandy ist, sieht man von überall einen großen weißen Buddha, der auf dem Gipfel des Stadtberges sitzt. Da wollen wir hin, schon allein wegen der Aussicht, die man von dort über die Stadt hat. Wie verhandeln also mit einem Tuk-Tuk-Fahrer den Preis und lassen uns hochfahren. 

... auch auf dem Gipfel, aber innen im Gebetsraum
... auch auf dem Gipfel, aber innen im Gebetsraum
Blick vom Buddha-Berg
Blick vom Buddha-Berg

Unser Tuk-Tuk-Fahrer möchte uns gern noch weiter chauffieren. Er überredet uns zu einer Tanzshow und wir lassen uns hinfahren. Zeitlich passt es ganz gut. Jetzt ist es kurz vor 5 und um halb 6 beginnt die Show. 

Im Theater sind ausschließlich Touristen. Aber die Show ist gut gemacht. Wir sehen Tänze aus verschiedenen Landesteilen. Die Kostüme sind bunt und die akrobatischen Einlagen der Tänzer beeindrucken. 

Die Vorstellung endet mit einer Feuershow vor dem Theater. Wir suchen uns anschließend ein Lokal zum Abendessen. Heute hatten wir wirklich einen ausgefüllten Tag.